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Ich erlebe häufig, dass die Begriffe »Korrektorat« und »Lektorat« synonym verwendet werden. Beide Tätigkeiten beinhalten zwar die Bearbeitung oder Überarbeitung eines Textes, aber die Ziele und die Resultate unterscheiden sich sehr deutlich voneinander.

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Das Korrektorat lässt sich recht einfach beschreiben. Es ist die Überprüfung von Rechtschreibung (Orthografie), Zeichensetzung (Interpunktion) und Grammatik auf Fehler und natürlich deren Korrektur. 
Dazu gehören auch Dinge wie die korrekte Silbentrennung, der richtige Gebrauch von Gedanken- bzw. Bindestrichen oder das Setzen von typografisch einwandfreien Anführungs- und Auslassungszeichen.
Da muss man schon sehr pingelig und akkurat vorgehen. Nicht umsonst bezeichnen wir uns selbstironisch gern als »Erbsenzähler« – oder, wie die Schweizer so charmant sagen, als »Tüpflischisser«. 

Das Lektorat beinhaltet zumeist auch ein Korrektorat, geht aber weit darüber hinaus und ist sehr viel umfassender und tief greifender. Hier geht es um Stil, Formulierungen, Wortwahl, Wortwiederholungen.
Es wird kritisch geschaut, ob die Handlung logisch aufgebaut ist. Sprechen die handelnden Figuren so, wie es ihrer Beschreibung entspricht?

Dazu fällt mir ein kleines Beispiel aus der Praxis ein. Ich habe einen Roman lektoriert, in dem ein ca. 18-jähriger junger Mann als Fahrer eines Fluchtautos vorkam. Er wurde als sehr einfach gestrickter, derber Charakter beschrieben – ohne großartige Schulbildung, mit ungehobelten Manieren. In einer Szene sagte diese Figur plötzlich: »Zu meinem Bedauern entzieht sich das meiner Kenntnis.« So etwas ist alles andere als authentisch und glaubwürdig und geht gar nicht.

Ein Lektorat ist wichtig, um Verständlichkeit und Lesefreundlichkeit zu erzielen oder zu verbessern.
Überlange, verschachtelte Sätze, missglückte Metaphern, unfreiwillig komische Formulierungen und Logikbrüche oder überflüssige Floskeln und Phrasen sind einfach hinderlich für den Lesefluss und das Leseinteresse.
Sehr oft sind inhaltliche Änderungen notwendig, wenn z. B. historische Zusammenhänge nicht stimmen, Namen nicht korrekt geschrieben oder zugeordnet werden – sprich: wenn die Fakten schlicht falsch sind. Das bedeutet für den Lektor eine Menge Recherchearbeit. 

Wie tief man in den Text eingreift, wie umfassend und intensiv das Lektorat letztlich sein soll, ist eine Sache der Absprache zwischen Autor und Lektor. Und natürlich auch eine Kostenfrage.

Deshalb biete ich z. B. ein erweitertes Korrektorat oder auch »Lektorat light« an. Das heißt, ich führe ein ganz normales Korrektorat durch, achte aber gleichzeitig auf grobe stilistische bzw. inhaltliche Schnitzer. Diese werden markiert und kurz kommentiert, um den Autor darauf hinzuweisen. Entsprechende konkrete Änderungsvorschläge gehören aber nicht mehr dazu, um den Aufwand und damit die Kosten möglichst gering zu halten.

Lesen Sie auch: Warum brauche ich einen Lektor?

Foto: pixabay, CC0

 
 

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Ich erlebe häufig, dass die Begriffe »Korrektorat« und »Lektorat« synonym verwendet werden. Beide Tätigkeiten beinhalten zwar die Bearbeitung oder Überarbeitung eines Textes, aber die Ziele und die Resultate unterscheiden sich sehr deutlich voneinander.

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Das Korrektorat lässt sich recht einfach beschreiben. Es ist die Überprüfung von Rechtschreibung (Orthografie), Zeichensetzung (Interpunktion) und Grammatik auf Fehler und natürlich deren Korrektur. 
Dazu gehören auch Dinge wie die korrekte Silbentrennung, der richtige Gebrauch von Gedanken- bzw. Bindestrichen oder das Setzen von typografisch einwandfreien Anführungs- und Auslassungszeichen.
Da muss man schon sehr pingelig und akkurat vorgehen. Nicht umsonst bezeichnen wir uns selbstironisch gern als »Erbsenzähler« – oder, wie die Schweizer so charmant sagen, als »Tüpflischisser«. 

Das Lektorat beinhaltet zumeist auch ein Korrektorat, geht aber weit darüber hinaus und ist sehr viel umfassender und tief greifender. Hier geht es um Stil, Formulierungen, Wortwahl, Wortwiederholungen.
Es wird kritisch geschaut, ob die Handlung logisch aufgebaut ist. Sprechen die handelnden Figuren so, wie es ihrer Beschreibung entspricht?

Dazu fällt mir ein kleines Beispiel aus der Praxis ein. Ich habe einen Roman lektoriert, in dem ein ca. 18-jähriger junger Mann als Fahrer eines Fluchtautos vorkam. Er wurde als sehr einfach gestrickter, derber Charakter beschrieben – ohne großartige Schulbildung, mit ungehobelten Manieren. In einer Szene sagte diese Figur plötzlich: »Zu meinem Bedauern entzieht sich das meiner Kenntnis.« So etwas ist alles andere als authentisch und glaubwürdig und geht gar nicht.

Ein Lektorat ist wichtig, um Verständlichkeit und Lesefreundlichkeit zu erzielen oder zu verbessern.
Überlange, verschachtelte Sätze, missglückte Metaphern, unfreiwillig komische Formulierungen und Logikbrüche oder überflüssige Floskeln und Phrasen sind einfach hinderlich für den Lesefluss und das Leseinteresse.
Sehr oft sind inhaltliche Änderungen notwendig, wenn z. B. historische Zusammenhänge nicht stimmen, Namen nicht korrekt geschrieben oder zugeordnet werden – sprich: wenn die Fakten schlicht falsch sind. Das bedeutet für den Lektor eine Menge Recherchearbeit. 

Wie tief man in den Text eingreift, wie umfassend und intensiv das Lektorat letztlich sein soll, ist eine Sache der Absprache zwischen Autor und Lektor. Und natürlich auch eine Kostenfrage.

Deshalb biete ich z. B. ein erweitertes Korrektorat oder auch »Lektorat light« an. Das heißt, ich führe ein ganz normales Korrektorat durch, achte aber gleichzeitig auf grobe stilistische bzw. inhaltliche Schnitzer. Diese werden markiert und kurz kommentiert, um den Autor darauf hinzuweisen. Entsprechende konkrete Änderungsvorschläge gehören aber nicht mehr dazu, um den Aufwand und damit die Kosten möglichst gering zu halten.

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Foto: pixabay, CC0

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